West-Nil-Virus auf dem Vormarsch – Medicta
Kostenloser Versand ab 15 EUR
Einfache Rücksendung
1 Jahr Garantie
Über 300.000 zufriedene Kunden

West-Nil-Virus auf dem Vormarsch


Was man über das West-Nil-Fieber wissen sollte, und wie man sich wirksam schützen kann

Das West-Nil-Fieber ist jetzt auch in Deutschland nachweisbar. Während sich Menschen früher vorwiegend auf Urlaubsreisen in weit entfernte Länder infiziert haben, ist im August 2020 eine erste Ansteckung innerhalb Deutschlands aufgetreten bzw. erkannt worden. Laut dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) wurden zunächst vier Fälle gemeldet. Bisher handelt es sich dabei laut dem Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf um insgesamt zehn Erkrankungen. Die meisten Fallzahlen wurden im Rahmen einer Blut- oder Plasmaspende festgestellt, ohne dass die Betroffenen ein Krankheitsbild zeigten. Drei Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Das West-Nil-Fieber verläuft meist harmlos. Es kann aber auch in Einzelfällen zu schwerwiegenden Krankheitsverläufen kommen. Das CRM rechnete in diesem Jahr noch mit weiteren Fällen. Die Auslöser für eine Erkrankung am West-Nil-Fieber ist der Stich einer Mücke.

Verbreitungsgebiete des West-Nil-Fiebers

as West-Nil-Fieber wird durch einen Virus verursacht. Es tritt hauptsächlich in tropischen und subtropischen Länder auf, kann sich aber auch in gemäßigten Temperaturzonen halten und sogar dort überwintern. Erstmals wurde das Virus im Jahr 1937 bei einer älteren Patientin aus dem West-Nil-Distrikt in Uganda nachgewiesen, die unter einem bisher unbekanntem Fieber litt. Daher kommt die Bezeichnung für die Erkrankung. In den 1950er Jahren trat sie in Israel auf. Im Jahr 1999 sprang das Virus dann auf die USA über, da es offenbar einer Stechmücke gelungen war, als blinder Passagier in die USA einzureisen und das Virus dorthin mitzubringen. Festgestellt wurde es zunächst bei Vögeln, als diese im Central Park erkrankten. Seither ist es in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt und die Forschung wurde verstärkt. In den Jahren 2003 und 2012 hat es sich weiter insbesondere in Texas verbreitet.

Das West-Nil-Fieber kommt derzeit laut WHO in folgenden Gebieten gehäuft vor: in Afrika, Indien, Israel, der Türkei und in den USA, dort speziell in Texas und den angrenzenden Bundesstaaten.

In Europa kam es schon seit den 60iger Jahren immer wieder zu sporadischen Ausbrüchen vor allem unter Zugvögeln. Ab dem Jahr 2010 erfolgte zunächst in Griechenland, dann in anderen Mittelmeeranrainerstaaten eine gehäuftere Verbreitung. Südfrankreich, Nord-Italien, Griechenland, der Balkan, Tschechien, Ungarn, die Slowakei und Österreich hatten schon damit zu kämpfen.

Im Jahr 2018 hat die Erkrankung auch das Bundesgebiet erreicht, auch wenn es zunächst nur bei Pferden nachgewiesen werden konnte und erst später bei einem Menschen. Im August 2020 trat das Virus zunächst in Ostdeutschland in der Region um Leipzig auf. Auch im Großraum Berlin wurde es in einer toten Blaumeise nachgewiesen.

Für die Verbreitung in Deutschland sind wohl die überdurchschnittlich warmen Sommer und Spätsommer der letzten Jahre verantwortlich. Früher wurde bei Blutspenden nur das Blut von Urlaubern aus den betroffenen Regionen getestet, in denen das West-Nil-Fieber üblich ist. Seit dem Jahr 2018 werden dagegen Blutprodukte generell auf den West-Nil-Virus untersucht, um die Infektion durch Blutkonserven oder andere Blutprodukte auszuschließen, da dieses Virus in Zukunft wahrscheinlich auch hier zum Alltag gehören wird. Deshalb ist eine Übertragung durch Blutprodukte und Transplantationen mittlerweile so gut wie ausgeschlossen.

Erkrankte Menschen müssen nicht isoliert werden, da die Erkrankung nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird und so eine Ansteckung unmöglich ist.

Übertragung der Erkrankung

Am häufigsten erkranken Vögel am West-Nil-Fieber. Denn Zugvögel überwintern häufig in den Hauptverbreitungsgebieten. Die Erkrankung kann in seltenen Fällen auf andere Säugetiere überspringen. Davon waren in Europa vornehmlich Pferde und Katzen betroffen. Eine Infektion des Menschen durch Vögel, Pferde oder Katzen wird weitgehend ausgeschlossen.
Die eigentlichen Überträger sind Stechmücken. Im Falle des West-Nil-Fiebers sind dies in erster Linie Culex pipiens und Culex modestus. Bei diesen Stechmückenarten handelt es sich um die beiden am häufigsten anzutreffenden Arten in Mitteleuropa. Culex pipiens ist auch bekannt als Gemeine Stechmücke oder Nördliche Hausmücke. Sie ist zwischen drei und sieben Millimeter lang, und durch einen braun-weiß gebänderten Hinterleib zu erkennen. Ihr Vorkommen erstreckt sich auf alle Regionen Deutschlands mit einem besonderen Schwerpunkt in allen Fluss- und Seengebieten.

Hauptangriffsziel der Gemeinen Stechmücke sind Vögel, allerdings sind auch Säugetiere betroffen. Im Gegensatz hierzu ist Culex modestus auf Säugetiere spezialisiert und tritt gehäuft im Umfeld von Menschen auf. Während die Übertragung durch Blutkonserven durch die neue Untersuchungsmethode ausgeschlossen ist, kann das West-Nil-Virus bei einer Schwangerschaft von einer Mutter auf den Fötus übertragen werden.

Verlauf der Infektion

Nach dem Stich einer Stechmücke dauert es zwei bis vierzehn Tage, bis sich erste Symptome des West-Nil-Fiebers zeigen könnten. Allerdings führt nicht jeder Stich einer infizierten Mücke zwangsläufig zu Krankheitssymptomen. In nahezu 80 Prozent aller Fälle verspürt der Infizierte keine Symptome und die Krankheit verläuft ohne Komplikationen. In 20 Prozent der Infektionen kommt es zu einem Krankheitsverlauf, der einer klassischen Influenza ähnelt.

Der Betroffene klagt über Kopf- und Rückenschmerzen, es zeigt sich ein mittelhohes Fieber mit Schüttelfrost und Übelkeit. Es kann zu Schwellungen der Lymphgefäße und Erbrechen kommen. Bis zu 50 Prozent der Patienten mit mildem Verlauf entwickeln einen fleckigen Hautausschlag am Oberkörper, der nach einiger Zeit wieder verschwindet, ohne sich zu schuppen. Die Symptome erstrecken sich über einen Zeitraum von drei bis sechs Tagen, bevor sie allmählich abklingen.

Die Behandlung des West-Nil-Fiebers

Das West-Nil-Fieber wird symptomatisch behandelt, d. h. die einzelnen Beschwerden, die durch das West-Nil-Fieber ausgelöst werden, werden behandelt nicht die Krankheit selbst. Bei Verläufen mit Fieber erhält man fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol. Hausmittel wie Wadenwickel sind durchaus geeignet. Der Patient sollte außerdem viel trinken, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Bettruhe unterstützt die Gesundung und sollte nicht zu früh abgebrochen werden. Auch empfiehlt sich eine magenschonende Ernährung, wie beispielsweise Zwieback oder Brühe, da es manchmal zu Brechreiz kommen kann.Dagegen können Medikamente verabreicht werden. In einem Prozent der Fälle kann eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nötig sein, wo dann Infusionen verabreicht werden. Das Krankheitsbild entspricht dann einer Hirnhautentzündung. Möglich ist auch die Entwicklung einer Gehirnentzündung. Außerdem können Lähmungen oder ein Nierenversagen auftreten. Bei durch Alter oder Vorerkrankungen geschwächten Personen, z. B. mit Herzerkrankungen, Diabetes, einer Immunabwehrschwäche, kann ein schwerer Verlauf auch zum Tod führen.

Schutzmaßnahmen

Trotz eines Erstnachweises des West-Nil-Virus im Jahr 1937 und erheblichen Forschungsanstrengungen in den USA nach dem dortigen Auftreten des Virus im Jahr 1999, ist es bis heute nicht gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln. Dies verweist auf ein Grundsatzproblem bei Virusinfektionen, die häufig durch Erreger verursacht werden, die sich durch Mutationen und eine phänomenale Widerstandfähigkeit der Therapie entziehen.

Es ist daher nicht nur eine Frage der eingesetzten finanziellen Mittel oder der Manpower, um diese Krankheiten zu besiegen, sondern es ist oftmals prinzipiell nicht möglich, Impfstoffe zu entwickeln und den Erreger auszurotten. Im Falle des West-Nil-Virus scheint sich diese These schmerzhaft zu bestätigen.

 

Die Diagnose des West-Nil-Fiebers

Man sollte einen Arzt aufsuchen, wenn man Symptome verspürt. Dieser wird auf der Haut des Patienten nach Insektenstichen oder einem Hautausschlag suchen; Fieber messen und die Lymphe abtasten.Darüber hinaus wird er das Hör- und Sehvermögen überprüfen. Die Abgrenzung zu anderen Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, wie z. B. Grippe, Dengue-Fieber, Malaria, Chikungunyafieber, Gelbfieber oder der durch Zecken übertragenen FSME ist schwierig. Nur durch einen Antikörpertest erfolgt der Nachweis, ob es sich wirklich um das West-Nil-Fieber handelt. Da die Erreger für Gelbfieber und Frühsommermeningoenzephalitis sehr ähnlich sind; kann das in der Regel nur ein zweiter Kontroll-Test bestätigen.

Ein spezifisches Medikament für das West-Nil-Fieber gibt es nicht, sondern es werden die jeweiligen Symptome, falls nötig, behandelt. Mögliche Langzeitfolgen durch die Erkrankung gibt es nur bei einer Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung und sehr schweren Verläufen. In der Regel heilt die Erkrankung jedoch problemlos wieder ab. Das West-Nil-Fieber ist mittlerweile in der Schweiz, Österreich und Deutschland auch beim Menschen meldepflichtig, während sie früher nur bei Tieren die Pflicht zur Meldung bestand.

Weitere Entwicklung

Es gibt einige Prognosen über eine zunehmende Verbreitung des West-Nil-Fiebers in Deutschland. Durch die Klimaerwärmung, die auch in Europa stattfindet und zu wärmeren und trockeneren Sommern führt, werden sich die Lebensbedingungen für die Stechmücken noch deutlich verbessern, da warmes Wetter für sie optimale Bedingungen bietet.

Der Hamburger Experte Jonas Schmidt-Chanasit verweist auf die idealen Lebensverhältnisse für Stechmücken in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen und prognostiziert eine Ausdehnung des Verbreitungsgebietes nach Südwesten. Die durchschnittlichen Temperaturen sind dort höher und die Bevölkerungsdichte ist erheblich größer als in den bisher betroffenen Regionen in Deutschland. Das Einzugsgebiet des Rheins und der Donau, die Bodenseeregion, aber auch jeder Fluss- und Bachlauf und jedes Seengebiet eignet sich hervorragend für die Mücken. Die Bevölkerung dieser Gebiete sollte deshalb für das West-Nil-Fieber sensibilisiert und zu vermehrtem Mückenschutz veranlasst werden.

Schutzmaßnahmen gegen das West-Nil-Fieber

Obwohl an einem Impfstoff gearbeitet wird und auch schon Antikörper aus Mäusen gewonnen wurden, seit die Forschung nach dem Ausbruch in den USA intensiviert wurde, existiert bisher noch keiner für den Menschen. Pferde können allerdings schon gegen das West-Nil-Virus Schon geimpft werden.
Effektiver und sinnvoller zur Abwehr des Virus ist ohnehin die konsequente Vorbeugung vor dem Stich der Mücke auf traditionellem Weg, wie sie bei jeder Urlaubsreise üblich ist. Besonders schwangere Frauen sollten sich schützen. Vor allem gilt das während der Hauptsaison für Mücken im Spätsommer und Frühherbst, wenn die Temperaturen noch warm genug für die Mücken sind.

Kleidung als Hauptschutz gegen Mückenstiche

Zur Abschirmung vor Stechmücken sollten möglichst viele Körperpartien bedeckt bleiben. Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen gehören hier zum Standard. Auch die Farbe der Kleidung spielt eine entschiedene Rolle bei der Mückenabwehr. Helle und luftige Kleidung ist besonders dafür geeignet. Gerade auf Socken sollte man nicht verzichten, da nackte Füße besonders exponiert sind. Eine weiter Steigerung der Sicherheit kann durch die Verwendung von Insektiziden, wie z. B. Permethrin, erreicht werden, mit denen die Kleidung imprägniert wird.

Geeignete Präparate zur Imprägnierung der Kleidung finden Sie hier:

Hier klicken!

Hautschutzmittel

Für Körperpartien, wie Gesicht, Hals und Hände, die nicht von imprägnierter Kleidung bedeckt und geschützt werden, ist ein gesonderter Schutz empfehlenswert. Es gibt eine reiche Auswahl an hocheffizienten Mückenabwehrmitteln, die direkt auf die Haut aufgetragen werden und dort sehr sorgfältig verteilt werden sollten. Das stellt einen leicht verfügbaren und unkomplizierten Schutz dar. Trotzdem ist zu beachten, dass die Schutzwirkung zeitlich begrenzt ist und nach drei bis sechs Stunden zu erneuert werden muss. Vor allem am Wasser sollte man gut vorbeugen.

Mückenabwehrmittel mit Tropenschutz finden Sie hier

Hier klicken!

In der Dämmerung und Nacht sind Mücken aktiv

Stechmücken sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Die Wahrscheinlichkeit von einer Stechmücke gestochen zu werden, ist am Abend und vor allem auch im Schlaf am höchsten, das hat jeder schon erlebt. Trotzdem sollte man Mückenstiche in Anbetracht der neuen Entwicklung nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen, sondern die Möglichkeiten ausschöpfen, um sie zu verhindern. Das Abendessen an der frischen Luft, der Biergartenbesuch, das gemütliche, gesellige Beisammensein auf der Terrasse oder dem Balkon ist ebenso ein Anziehungspunkt für Mücken.

Deshalb ist dort Mückenschutz angebracht, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Auch beim Abendspaziergang, einer Nachtwanderung und beim Sport in der Dämmerung sollte auf Mückenschutz geachtet werden. Denn Mückenstich stellen ein viel größeres Problem als früher dar. Auch auf die angenehme Kühlung durch ein offenes Fenster in einer schwülen, heißen Sommernacht muss auch niemand verzichten, solang er für die effektive Abwehr der kleinen Plagegeister sorgt. Moskitonetze und Fliegengitter verschaffen dabei Linderung. Hilfe für eine ruhige Nacht ohne Stechmücken finden Sie hier