Was ist eigentlich mit dem Impfstoff? – Medicta
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Was ist eigentlich mit dem Impfstoff?


Weltweit sind zahllose Forschungsgruppen im Wettlauf - sowohl gegeneinander als auch gegen die Zeit - um einen wirksamen Impfstoff gegen Covid-19 zu produzieren. Wie ist der aktuelle Stand? Warum dauert es eigentlich so lange? Und muss es überhaupt eine Impfung sein? Dieser Artikel versucht, die sich rasant ändernde Lage kurz zu umreißen.

Wie weit sind wir?

Insgesamt sind über 50 Firmen an versprechenden Lösungen beteiligt. Zwei Firmen sind im Moment führend: CanSinBIO aus China und Moderna aus den USA. Ihre Impfstoffe sind bereits so weit entwickelt, dass sie seit Mitte März an menschlichen Probanden getestet werden. Doch auch viele andere Firmen (unter anderem aus dem deutschsprachigen Raum) stehen kurz vor der menschlichen Testphase.

Als Ausgangspunkt für den Impfstoff werden meist abgetötete Coronaviren genommen. Auch versuchen einige Forscher, harmlosen Viren die typische kronenförmige Eiweißhülle des SARS-CoV-2 anzupflanzen. Daneben gibt es aber auch unkonventionelle Methoden, so wird nach einem RNA-Impfstoff geforscht. Dabei würde der menschliche Körper selbst Eiweiße produzieren, die der Oberflächenstruktur des Coronavirus gleichen. So würde er lernen, Antikörper gegen diese eigenen Körperzellen zu produzieren.

Die RNA-Methode stößt auch wegen ihrer radikalen Neuartigkeit auf reges Interesse seitens der Öffentlichkeit - etwa bei der deutschen Firma CureVac. Angeblich wollte Donald Trump den RNA-Impfstoff dieses Herstellers exklusiv für die USA sichern. Dabei muss erwähnt werden, dass trotz des medialen Hypes es noch keine der Firmen geschafft hat, überhaupt einen RNA-Impfstoff gegen Covid-19 herzustellen.

Warum so lange?

Auch wenn ein Impfstoff sich bei einer kleinen Testgruppe als wirksam erweist, ist damit noch nicht die letzte große Hürde überstanden. Dieser Impfstoff wird im Anschluss nämlich einem strikten Zulassungsverfahren unterzogen. Dabei werden die möglichen Nebenwirkungen untersucht - aber auch geprüft, ob der Impfstoff auch tatsächlich wirksam ist (besonders für den Einsatz in der Gesamtgesellschaft).

Ein nicht zu unterschätzender Aufwand ist auch die anschließende Massenproduktion, wobei hier die Forschung von der Wirtschaft solidarisch unterstützt wird. So haben einige Unternehmen angekündigt, die noch nicht zugelassenen Impfstoffe in großen Mengen produzieren zu lassen, um die Zeit bis zum Einsatz in der Gesellschaft zu verkürzen. Das tun diese Firmen auch auf die Gefahr hin, die Masse der Impfstoffe entsorgen zu müssen, falls der Stoff beim Zulassungsverfahren durchfällt.

Bisher hat sich kein Impfstoff als wirksam erwiesen. Deshalb rechnet die Europäische Arzneimittelbehörde damit, dass es mindestens ein Jahr dauern wird, bis ein Impfstoff tatsächlich auf den Markt kommt.

Welche Alternativen gibt es?

Die meisten Forscher sind sich sicher: Ein wirksames Medikament gegen Covid-19 wird schneller gefunden als ein Impfstoff. Der Grund dafür ist einfach: Das Medikament muss nicht neu entwickelt werden, man kann stattdessen auf Medikamente zurückgreifen, die bei anderen Viruserkrankungen helfen. So haben antivirale Mittel gegen HIV, Malaria, Tollwut oder Ebola bereits Erfolge bei der Eindämmung von Covid-19 gezeigt, leider bisher nur im kleinen Rahmen.

Die Therapie mit Antikörpern ist ein anderer erfolgreicher Ansatz. Dabei werden Antikörper aus dem Blutplasma von Menschen isoliert, die das Coronavirus überstanden haben. Auf diese Weise konnten etwa in der Stadt Shenzen in China fünf Menschen gerettet werden, die lebensgefährlich erkrankt waren. Klingt ausgezeichnet auf dem Papier, taugt bisher jedoch nicht zum Einsatz in der Allgemeinbevölkerung. Es gibt nämlich momentan in fast allen Ländern viel mehr Infizierte als Genesene, das Blutplasma würde schlichtweg nicht für alle reichen. Außerdem ist die wirksame Dosis der Antikörper bisher unbekannt.

Welche der drei Methoden sich als die Wirksamste erweisen wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin hilft die übliche Vorbeugung bereits ungemein. Auch gibt es Hinweise darauf, dass sich das Virus bei warmem Wetter deutlich schlechter vermehrt. Damit bleibt die Hoffnung, dass eine Heilungsmethode noch vor dem Ende des Sommers gefunden wird.