Die Sache mit der Immunität – Medicta
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Die Sache mit der Immunität


In Zeiten der Corona-Krise ist der Begriff der Immunität in aller Munde. Oft ist von Herdenimmunität die Rede - einem Entwicklungspunkt, ab dem 60% der Gesamtbevölkerung entweder infiziert oder bereits genesen ist, sodass die Epidemie zum Erliegen kommt. Immer wieder hört man von einzelnen Personen, die sich absichtlich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben, in der Hoffnung, es auf diese Weise hinter sich zu bringen. Doch auch in der allgemeinen Verunsicherung, die die Pandemie auslöst, fragen sich viele, ob man sich nach einer bereits überstandenen Erkrankung noch einmal anstecken kann.

Doch was sagen die Wissenschaftler zu diesem Thema? Und wie findet man eigentlich heraus, ob die Genesenen nun immun sind?

Zunächst einmal spricht man von Immunität, wenn Antikörper gegen eine Erkrankung im Blut vorhanden sind. Diese werden üblicherweise bereits während der Krankheit gebildet und helfen somit, die Viren abzutöten. Nach einer überstandenen Erkrankung nimmt die Zahl der Antikörper immer mehr zurück, bis sie irgendwann ganz verschwinden. Sind nur wenige Antikörper da, wird die Krankheit zwar nicht mehr verhindert, sie kann aber viel schneller bekämpft werden und verläuft meist deutlich leichter. Man spricht in diesen Fällen von einer Teilimmunität.

Wie sieht es bei Corona aus?

Grundsätzlich fehlt es hier noch an Daten. Die neuartige Krankheit kann erst seit Kurzem erforscht werden. Versuche mit Rhesusaffen scheinen aber Hoffnung zu geben. Diese Affenart ist dem Menschen in ihrer Reaktion auf viele Krankheiten ähnlich. So hat man einige Affen mit dem Coronavirus infiziert, worauf sie typische Krankheitssymptome zeigten, die man auch beim Menschen findet. Nach der Genesung hat man sie erneut mit demselben Erreger infiziert, diesmal erkrankten sie aber nicht mehr an Covid-19. Diese Ergebnisse sind natürlich mit Vorsicht zu betrachten, sprechen aber dafür, dass eine Immunisierung möglich ist.

Immer wieder hört man von Patienten, die nach einer überstandenen Erkrankung erneut positiv getestet wurden. Einige Forscher vermuten hierbei ein Problem, das die Tests betrifft: So gibt es durchaus Krankheiten, bei denen auch Monate nach einer vollständigen Genesung noch Erreger-Erbgut im Blut nachweisbar ist. Es ist durchaus denkbar, dass auch Covid-19 zu diesen Erkrankungen gehört.

Ein mögliches Szenario dazu wäre: Ein Covid-Patient infiziert sich während oder nach der Erkrankung mit einem anderen Virus mit ähnlichen Symptomen - etwa einer Grippe oder einer Erkältung. Somit gibt es wieder dieselben Symptome, diese werden aber von einem anderen Erreger ausgelöst. Gleichzeitig kann man das Erbgut des Erregers noch im Blut nachweisen. Tests, die konkret nach dem Coronavirus suchen, werden also schnell fündig.

Viele Fragen - wenige Daten

Unklar ist, wie lange eine solche Immunität den Menschen vor dem Erreger schützt. Immer wieder wird der Zeitraum von ein bis zwei Jahren genannt. Diese Zahlen kommen jedoch aus der Erfahrung mit anderen Coronaviren und sind nur sehr bedingt verwertbar.

Kann es sein, dass der Körper zwar Antikörper ausbildet, diese aber gar nicht vor der Erkrankung schützen? Forscher halten dies für extrem unwahrscheinlich, aber doch denkbar. Unklar ist auch, wie sich das Virus in der Zukunft verhält. Die meisten Forscher sind zwar der Meinung, dass das Virus im Moment nicht sehr mutationsfreudig ist (und damit die Immunität einfacher macht), jedoch können noch keine Langzeitprognosen gemacht werden. So darf man nie vergessen, dass sich bereits in den ersten Monaten der Pandemie zwei unterschiedliche Stämme ausgebildet haben.

Einen Lichtblick gibt es noch: Die Forschung arbeitet rege und mit viel finanziellem Aufwand an einem Impfstoff. Um diesen zu entwickeln, muss auch die Frage der Immunisierung vollständig aufgeklärt werden. Somit kann man schon in nächster Zukunft genauere Antworten erwarten - die endlich etwas Klarheit in die unsichere Situation bringen können.